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DIE HAUPTHÖHLEN SARDINIENS
Grotta di Nettuno - Alghero (SS)
Die Grotta di Nettuno nimmt den Name vom römischen Gott Neptun und ist die berühmteste Sardiniens.
Man kann auf der Escala del Cabirol (Rehleiter: 656 Stufen) direkt zu ihr hinabsteigen oder sie im Rahmen einer organisierten Schiffsfahrt von Alghero erreichen. Es handelt sich um eine Tour, die während der touristischen Saison organisiert wird und die Hin und zurück plus Besuch in etwa 3 Stunden erlaubt. Vor dem Eingang zur Grotte gibt es einen Durchgang, der mit grünen Vegetation bedeckt ist. In der Grotte gibt es einen See und viele säulenförmige Konkretionen.
Die Grotte ist weit (2.500 m) und besteht aus vielen Sälen, weiten Galerien, klaren Seen, tiefen Brunnen und Stollen, die sie sehr komplex machen. Durch einen Pfad erreicht man eine Säule, die sich bis zum Gewölbe, mit dem sie zwei Arkaden bildet, erhebt. Eine Reihe Säulen führt zum Seebecken, das Reggia (Königspalast) genannt. Von hier sieht man einen weißen Sandstrand und eine Terrasse, die Tribuna della musica (Tribüne der Musik) genannt wird.
Rechts, wo es einen nur von den Höhlenforschern erreichbaren Raum gibt, beginnt eine Strecke, die vorher zum Lago dei Funghi und dann durch eine Galerie (Metrò) zu einem großen Saal und zum Lago Semilunare führt.
Geologisch besteht das Vorgebirge von Capo Caccia, wo sich die Grotte befindet, aus Felsen der Kreidezeit. Sie sind von 135 bis 65 Millionen Jahre alt.
Grotta di San Giovanni - Domusnovas (CI)
Die Grotta di San Giovanni ist ein Beispiel eines wunderbaren Karstphänomens. Sie ist 850 m hoch und ist eine der längsten Naturgalerien Europas.
Ihr Name stammt vom Vorhandensein einer dem Heiligen Giovanni gewidmeten Binnenkapelle ab.
Man denkt, dass sie sich dank dem Einsturz der kalkhaltigen Masse des Bergs Acqua gebildet hat. Sie stellt der einzige Fall in Italien einer Naturhöhlung dar, die ganz von einer Fahrstraße durchgefahren wird.
Die lange Asphaltstraße führt zur Gebirgszone. Um ihre Umweltbedingungen zu bewahren, ist sie heute nicht mehr mit Privatautos erreichbar.
Grotta Su Mannau - Fluminimaggiore (CI)
Die Grotta di Su Mannau ist ein Beispiel eines wunderbaren Karstphänomens. Es gibt verschiedene Stufen. Die oberen Stufen sind heute fossil, die niedrigeren sind sehr aktiv und hauptsächlich von den Flüssen besetzt. Zwei Flüsse haben gerade die zwei berühmten Hauptgalerien ins Leben gerufen.
Der rechte Arm, der vom Fluss Rapido herkommt, ist für 5 Km zurücklegbar. Er besteht aus weiten Leitungen und stattlichen Sälen: dem Sala del Sonno in der Nähe des Sees Pensile, der mit Stalaktiten, Aragonit und mit Säulen, die sich bis 15 m erheben, geschmückt ist; dem Sala Ribaldone, der 150 m hoch und 100 m lang ist; dem weißen Saal mit Aragonit und Stalagmitsäulen; dem Sala Vergine mit dem darunter liegenden Fluss, stalaktitischen Vorhängen und wunderbaren Aragonit.
Nach dem Siphon werden die Leitungen enger und nach einigen Kilometern erreicht man den Sala Bizzarra mit Korallenaragonit und wunderbaren Kanülen. Bergauf gibt es den Salone degli Abeti, der mit Stalagmiten und Kristallen aus Kalzit geschmückt ist. Von hier stellt sich die Höhlung in langen und halb überschwemmten Engpassen auf.
Der zweite Fluss, Placido, hat hingegen den linken Arm verursacht. Die alten Arme kommen zu den aktiven Armen hinzu. Senkrechte Arme führen zum Sala Serra und zum Ramo dell'Infinito. Stromaufwärts vom Fluss gibt es Siphons, die nur in der Trockenheitszeit überschritten werden können.
Grotte Is Zuddas - Santadi (CA)
Die Grotten Is Zuddas befinden sich auf dem Berg Meana 256 m über dem Meeresspiegel und 6 Km weit von Santadi.
Nach dem Eingang und auf dem Gewölbe sind die Reste eines vorgeschichtlichen Nagers sichtbar. Dieser Nager, der Prolagus Sardus, starb vor 400 Jahren aus und ist nur in Sardinien und Korsika vorhanden. Im ersten Saal gibt es Ströme, Stalaktiten und Stalagmiten. Einige von diesen bilden Säulen und ein einziger Strom bildet den Boden.
Durch einen Naturstollen erreicht man den schönen Sala dell'Organo, dessen Name von einer stalaktitisch-stalagmitischen Säule, die einer Pfeifenorgel ähnelt, abstammt. Im umliegenden Raum gibt es Aragonit aus Koralle, Stalagmiten, Ströme, Stalaktiten und röhrenförmige Bildungen (innen sind sie leer). Die Wände sind mit weißen Kristallen aus Aragonit bedeckt. Nach einem Tunnel tritt man im Salone del Teatro ein.
Dann erreicht man einen märchenhaften Raum, den Sala delle Eccentriche, dessen Gewölbe mit raren exzentrischen Aragonit geschmückt ist.

Santadi: Die Grotta Is Zuddas

Die Grotta Is Zuddas: Sala del Teatro, "La Colata"
Grotte Su Marmuri - Ulassai (OG)
Die Grotten Su Marmuri (Marmor, auf sardisch) befinden sich im Gebiet von Ulassai (OG) und sind ein Kunstwerk, das das Wasser mittels Eindringungen und Strömen im Laufe der Zeit gebildet hat. Sie verdanken ihren Name ihrer besonderen Färbung und dem Aussehen ihrer Gestalten und sind als einige der stattlichen Grotten Europas gehalten. Die Säle sind nämlich bis 70 m hoch. Unter den wichtigsten Sälen gibt es der "Sala degli Organi" und "I Cactus", die den Name den Konkretionen verdanken, die diese wunderbaren Naturskulpturen bilden.
Um die Grotten zu erreichen, muss man eine eindrucksvolle Straße durchfahren, die zum Dorf Orsini führt.
Die Höhlung ist im Tacco di Ulissai gegraben. Es handelt sich um ein kalkhaltiges Bergmassiv, das das Dorf beherrscht. Sein majestätischer Eingang befindet sich auf einer steilen Geröllböschung, die dank einer Treppe mit 200 Stufen leicht zurücklegbar ist.
Die sichtbare Seite ist 850 m lang und ist fast völlig eben aufgestellt. Su Marmurri ist eine Grotte, deren Konkretionen sich noch heute bilden.
Die innere Temperatur ist etwa 10°C. In der Höhlung gibt es zahlreiche Bäche, die dann Wasserfälle bilden, wie zum Beispiel der Wasserfall von „Lequarci“, der ein kompliziertes Wasserspiel in der Regensaison verursacht und der der Tierwelt Unterschlupf gewährt. Die Tierwelt besteht aus: Spinnen, Krustentieren, Hundertfüßern und dem Ovobathysciola gestroi, einer kleinen und interessanten unterirdischen Koleoptere, die typisch in der Zone der Tacchi ist.
In der Grotte leben eine der vier Arten von sardischem Molch (Speleomanthes imperialis), einer besonderen Amphibie, die sich am Leben in der Höhle angepasst hat, und eine große Kolonie von Fledermäusen, die aus jeder Zone der Insel hierher kommen, weil sie von der Ruhe und der Abwesenheit der Durchzügen angezogen sind.
Grotta del Fico - Baunei (OG)
Die Grotta del Fico befindet sich in der kalkhaltigen Wand zwischen dem Strand Cala Mariolu und dem Srtand Cala Biriala, in einer der faszinierendsten Zonen Sardiniens. Millionen Jahre lang hat ein unterirdischer Fluss das Innere der Erde modelliert und lange Galerien geschmiedet. Diese Galerien sind besuchbar seit 2003 dank einigen Stegen, die es erlauben, die Grotte in Sicherheit zu besuchen.
Seit 2006 ist auch ein anderer Teil der Grotte geöffnet. Er führt zu einem Schacht von 40 m und am Boden kann man das Meer betrachten, das durch einen überschwemmten Stollen ("Sifone della Foca Monaca").
mit der Außenseite verbunden ist. Die erste Erforschung der Grotte geht auf die Siebzigerjahre zurück. Die Erforscher gehörten der Gruppe von Padre Antonio Furreddu, einem der Pioniere der sardischen Speläologie, der die wirkliche Ausdehnung der Grotte (über 1200 m) maß. Padre Furreddu besuchte mehrmals die Grotte, um die Bachstelze, die übliche Besucherin der Grotte, zu untersuchen. Dank den Monobooten, die jeden Tag Minikreuzfahrten die Küste von Baunei entlang machen, ist die Grotta del Fico von den Häfen S. Maria Navarrese, Arbatax, Cala Gonone und La Caletta leicht erreichbar.

Baunei, Die Grotta del Fico
Grotta su Meraculu - Baunei (OG)
Im Gebiet von Baunei, zwischen jahrhundertalten Wäldern und steilen Kliffen gibt es "sa rutta 'e su Meraculu" (die Grotte des Wunders), eine weite, originale und schöne Höhlung. Sie befindet sich hinter dem alten „Portu Sisine“. Dank der Lage und dem Zauber, der diese Grotte erregt, hat sie wirklich etwas Besonderes, beinahe etwas Wundertätiges.
Die Höhlung geht auf die weite Sandzunge von Sisine hinaus und besteht aus an Konkretionen reichen Umwelten. Es handelt sich um echte Kunstwerke, die dank einem Schatten- und Farbenspiel einzigartig sind.
Vom weiten Vorraum, wo der Fels nicht mehr „lebendig“ ist, erreicht man den Zentralraum (100 m lang und 4-6 m hoch). Man geht durch einen Engpass (1 m hoch; 2-3 m lang), der reich an Bildungen (ähnlich wie „Blumenkohle“) ist.
Nach 20-30 m gibt es andere Räume, die schwer erreichbar sind, und eine Quelle, die von den Hirten besucht war, die dorthin trinken gingen. Von dort aus wenn man den Tunnel folgt, sieht man Räume, die noch zu erforschen sind.
Das Innere der Grotte hat eine lineare Entwicklung. Es gibt besondere Bildungen, echte Naturwunder. Die Wände sind grau und rot wegen der Oxydationsphänomene.
Grotte Ispinigoli - Dorgali (NU)
Eine lange Säule (38 m) verbindet das Gewölbe mit der Basis der Grotte. Vom Eingang ist es möglich, die Tiefe des Abgrunds zu sehen.
Seit der Vergangenheit wurde sie als Unterschlupf von den Menschen benutzt. Vor einigen Jahrzenten war sie auch Unterschlupf für die Ziegenhirte. Die Temperatur ist 15° C. Es ist möglich, durch 280 Stufen bis zum Fuß der Säule auszusteigen. Unter den anderen Besonderheiten der Grotte ist der Abgrund der Jungfrauen erwähnenswert. Es handelt sich um einen tiefen und engen Trichter, der die unterirdischen Verzweigungen der Grotte verbindet. Die Grotte entwickelt sich für 12 Km im Inneren der Erde. Kleine Flüsse und Bäche durchfließen diesen Arm der Höhle, der nur für die Fachmänner von Speläologie zugänglich ist.
Auf der Basis des Abgrunds wurden Schmücke aus Glasstoff gefunden. Sie sind phönizischer Herstellung und sind heute im archäologischen Museum von Dorgali ausgestellt. Auch die Knochenreste von jungen Frauen wurden hier gefunden. Wegen dieser Auffindungen verbreitete sich die Legende über die menschlichen Opfer, die die Phönizier begingen, um die Gunst der Götter zu erwerben.
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